Stiftungsgottesdienst mit Propst Oliver Albrecht und der Gesellschaft der Musikfreunde

 

Wer schon einmal im falschen Zug gesessen hat, der konnte sich unschwer wiedererkennen in der Predigt, die Propst Oliver Albrecht im Gottesdienst der Stiftung Evangelische Kirche Bad Soden am 19. Mai gehalten hat. Albrecht spielte mit dem Motiv der falschen Fahrtrichtung am Beispiel einer Familie, die am Frankfurter Hauptbahnhof statt des Zuges in die Alpen den nach Hamburg bestiegen hat, und deren Familienvater nun überlegt, wann wohl der beste Zeitpunkt wäre, den von ihm verschuldeten Fehler vor der ganzen Familie einzugestehen und zu korrigieren.

Albrecht stellte der verbreiteten Redeweise, dass der Weg das Ziel, sei die einfach Gleichung entgegen: das Ziel ist das Ziel. Und um zu diesem zu gelangen ist es manchmal nötig, Irrungen als solche zu erkennen und dem Leben eine neue Richtung zu geben. So wie es – der Erzählbogen war weit gespannt gewesen – in der Apostelgeschichte der Gefängniswärter im griechischen Philippi vorgemacht hat, der sich hat taufen lassen, weil er im Handeln des Apostels Paulus die Wahrheit der Botschaft Jesu Christi erkannt hatte. Und da Umkehr und Neuanfang immer wieder zum Leben eines jeden Menschen dazugehört, ist auch das Angebot des Glaubens zu Umkehr und Neuanfang eine Botschaft für jedermann.

Musikalisch ausgestaltet wurde dieser Gottesdienst von Kantor Andreas Pechtold und von Chor und Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde, die unter der Leitung von Franz Josef Staab drei Chöre aus Joseph Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ erklingen ließen und so einen Vorgeschmack auf ihr eigenes Konzert am darauffolgenden Sonntag gaben.

Christoph Braun, Vorsitzender der Stiftung Evangelische Kirche Bad Soden, gab am Ende des Gottesdienstes einen Überblick über das in der Arbeit der Kirchengemeinde gar nicht mehr fortzudenkende Wirken der Stiftung und lud sowohl zur Förderung dieser als auch zu einem Empfang ein, der sich direkt an den Gottesdienst anschloss. Unter der Kirchenlinde war dann Gelegenheit, bei Brezeln und Kuchen, Wasser und Wein miteinander ins Gespräch zu kommen, wovon die Gottesdienstbesucher reichlich Gebrauch machten.

Pfarrer Dr. Achim Reis